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Rubrik: Oberstufenzentrum Schützengarten

Politik hautnah - Die Klasse 2aS in Bundesbern

Am Montagmorgen reisten wir mit dem Zug nach Bern und bezogen unsere Bleibe für die nächsten Tage in der Zivilschutzanlage unterhalb der Postfinance Arena, wo normalerweise die Heimspiele des SCB stattfinden. Wir waren eingerückt, um an dem Planspiel "Schulen nach Bern" teilzunehmen.

 

Ab sofort waren wir alle gewählte Nationalrätinnen und Nationalräte der von uns gegründeten "Schweizer Partei mit Zukunft" SPmZ. In dieser Anlage verbrachten wir in der Folge insgesamt 5 Tage mit total 6 Fraktionssitzungen und diversen Kommissionssitzungen. Jede der fünf teilnehmenden Klassen bildete in dieser Woche eine eigene Fraktion und musste vorgängig eine Initiative ausarbeiten und dafür Unterschriften sammeln. Die Initiative unserer Klasse trug den Namen "8 motorfreie Sonntage". In den Fraktionssitzungen diskutierten wir intensiv die von jeder Fraktion (Klasse) eingereichten Initiativen. Wir suchten Argumente für resp. gegen diese Initiativen und die vom Bundesrat dazu gemachten Gegenvorschläge. Diese wurden uns bereits vorgängig in einer Botschaft zugestellt. In den Kommissionssitzungen waren jeweils aus allen 5 Fraktionen Nationalrätinnen und Nationalräte vertreten und hier wurde nochmals über die Initiativen und deren Gegenvorschläge debattiert. So entstanden von dieser Seite her teilweise neue Gegenvorschläge. Die Kommissionen und Fraktionen bereiteten so die Volksinitiativen für die Nationalratsdebatte vom Donnerstagnachmittag im Nationalratssaal vor.

Jeder Tag wurde aufgelockert durch verschiedene zusätzliche Aktivitäten. So wählten wir am Montagnachmittag an der Eröffnungsfeier den Nationalratspräsidenten und seinen Vize. Am Dienstagmorgen reichten wir im Bundeshaus West unsere Initiative mit der nötigen Anzahl Unterschriften bei der Bundesratskanzlei ein. Danach hatten wir eine sehr spezielle Führung durch unsere Bundesstadt. Die Führung begann beim Bärengraben. Wir befanden uns bei dieser Führung in etwa im Jahr 1846, also kurz vor der Gründung des heutigen Bundesstaates. In dieser Zeit waren Weg- und Brückenzölle an der Tagesordnung und sowohl Masse, Gewichte wie auch das Geld waren nicht einheitlich.

Um die Stadt Bern über die Nydeggbrücke betreten zu können, mussten wir einen Brückenzoll entrichten. Dieser betrug pro Person einen Kreuzer. Für unsere mittellosen Schülerinnen und Schüler genügte zum Glück ein ziemlich wertvoller Fingerring unserer Klassenlehrerin Frau Willi.

Im Sonderbundskrieg von 1847 besiegten die fortschrittlichen Liberalen die Konservativen und ebneten so den Weg zum modernen Bundesstaat. Die neue Bundesverfassung von 1848 machte das Zollwesen zur Bundessache. Alle Kantone besitzen seither das gleiche Geld und die gleichen Masse. Die Schweiz wurde dadurch zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum. Wir besuchten danach den Erlacherhof, welcher von 1848 bis 1857 als erstes Bundesratshaus diente. Schluss der Führung war beim heutigen Bundeshaus, erbaut in den Jahren 1852 bis 1857.

Am Mittwochmorgen trafen wir in einem Kommissionszimmer des Bundeshauses unsere St. Galler Nationalrätin Barbara Gysi. Sie erklärte uns den Nationalratsbetrieb und beantwortete ausführlich alle von uns gestellten Fragen. Anschliessend hatten wir unter dem Stichwort ‚Tatort Parlamentsgebäude’ eine Führung durch das Bundeshaus.

Am Donnerstagmorgen besuchten wir die schwedische Botschaft und erhielten dort Einblick in die Aufgaben einer ausländischen Vertretung in der Schweiz. Zudem bot sich die Gelegenheit, die Schweiz mit Schweden zu vergleichen. Der Botschafter Per Thöresson empfing uns persönlich in seiner Residenz und gab uns während mehr als einer Stunde auf sehr sympathische Art Einblick in seine Arbeit.

Höhepunkt der Woche war natürlich die eigentliche Nationalratsdebatte vom Donnerstagnachmittag im Nationalratssaal. Hier wurde nochmals ausführlich über die eingereichten Initiativen und Gegenentwürfe debattiert, argumentiert und letztlich abgestimmt. Die Rolle des Bundesrates hatte dabei Altbundesrätin Elisabeth Kopp inne. Christine Egerszegi stand dem Nationalratspräsidenten zur Seite.

In diesem politisch unabhängigen Planspiel mit Schulklassen aus der ganzen Schweiz durften wir in Bundesbern – am Puls des Geschehens – als Nationalrätinnen und Nationalräte nationale Politik erfahren und so Grundlagen des politischen Systems der Schweiz vertiefen und festigen. Demokratie funktioniert nur, wenn sich Bürgerinnen und Bürger aktiv daran beteiligen.

Der schwedische Botschafter Per Thöresson empfing uns in seiner Residenz.

Barbara Gysi stand uns im Bundeshaus Red und Antwort; links Sandro Gieseck, unser Fraktionsvize; in der Mitte Jonas Hofstetter, unser Fraktionspräsident.

Wir überreichen unsere Initiative der Bundeskanzlei.

Auf dem Rundgang durch Bern erwartete uns immer wieder eine Schauspielerin; hier zeigt sie uns als Bundespräsident verkleidet die erste Bundesverfassung von 1848.

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Die Klasse 2aS im Ständeratssaal.

Das Logo unserer Partei.

 

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